News Wissenschaftskongress

2018-09-04
Experteninterview mit Christl Lauterbach
Christl Lauterbach

Was macht AAL für Sie aus?

AAL Systeme nutzen modernste Technologie, um die persönliche Sicherheit und den Komfort zu Hause zu erhöhen und somit lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

Besonders spannend finde ich die Möglichkeiten selbstlernender Systeme und künstlicher Intelligenz, um so Assistenzsysteme individuell anpassbar zu machen und sogar Änderungen im Gesundheitszustand zu erkennen.

„AAL Systeme verbessern die Pflegequalität und unterstützen die Pflegekräfte. Deshalb sollte der Staat dies auch finanziell fördern.“

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Die größten Herausforderungen sind die Zuverlässigkeit und die einfache Bedienbarkeit. Ein AAL sollte funktionieren ohne dass man sich darum kümmern muss.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Das meiste Potential sehe ich in der Unterstützung der pflegenden Personen, sei es zu Hause oder in Seniorenresidenzen und Krankenhäusern. Das Thema Pflegekräftemangel ist mittlerweile in aller Munde und AAL Systeme können die Arbeitsabläufe und die Pflege verbessern. Das hilft den Menschen die Pflege benötigen genauso wie dem Pflegepersonal und obendrein spart es auch den Krankenkassen Geld, wenn z.B. Stürze verhindert werden können.

Gibt es eine Handlungsempfehlung, die Sie gerne aussprechen möchten?

Ich würde mir wünschen, dass sich die Politik objektiv mit der Bewertung von AAL Systemen in der Pflege auseinandersetzt und den Einbau subventioniert.

Kurzvita

Christl Lauterbach ist Gründerin und Geschäftsführerin der Future-Shape GmbH in Höhenkirchen bei München. Hauptprodukt von Future-Shape ist SensFloor® ein AAL System basierend auf einen Sensorfußboden. Die Hauptanwendungsgebiete sind in der Pflege, Sicherheit und im Retailbereich.

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress werden noch weitere eingeladenen Sprecher Highlight-Vorträge präsentieren

2018-08-30
Experteninterview mit Dr. Jan Alexandersson
Dr. Jan Alexandersson

Was macht AAL für Sie aus?

AAL steht für menschzentrierte und bedarfsangepasste sozio-technische Systemlösungen, die sich natürlich in das Leben des Einzelnen integrieren lassen. Ich kann nicht oft genug betonen, dass AAL nur dann funktioniert, wenn Dienstleistung und Technologie zusammenspielen. Das Ziel des Ganzen: ein selbstbestimmtes Leben in Würde und mit maximaler Lebensqualität.

„AAL wird erst dann möglich, wenn die Gesellschaft eine Gesellschaft für alle will.“

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

Durch die tiefgreifenden Entwicklungen vor allem im Bereich KI – beispielsweise Deep Learning, Sensor-Technologie und Robotik – gibt es technisch gesehen ein enormes Potential an Lösungen, die wir bis vor wenigen Jahren eigentlich nur aus Science-Fiction-Romanen/-Filmen kannten. Es liegt an uns, die dazugehörigen Dienstleistungen zu entwickeln.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Vorrangige Herausforderungen sind:

  • Die Anpassung von AAL-Lösungen an die individuellen Bedürfnisse
  • Wir haben uns daran gewöhnen müssen, dass Technologie binnen wenigen Jahren obsolet wird und ersetzt werden muss. Wir müssen daran arbeiten, dass AAL – etwa wie ein Lichtschalter – ein Leben lang funktioniert. Dabei wird es sehr viel einfacher, wenn AAL nicht nur in ganz Deutschland, sondern in ganz Europa etwa gleich funktionieren würde.
  • Die Finanzierungsfrage in Zusammenarbeit mit z.B. den Krankenversicherern. Besonders in Deutschland muss immer die Geldfrage mit betrachtet werden. Aus meiner Sicht müssten die Kosten, die notwendigerweise immer entstehen, von mehreren Stakeholdern bezahlt werden – es ist also eine Frage der Verteilung.

Die größten Risiken:

  • Es ist wie mit fast allem: Missbrauch! Ein Messer kann Brot schneiden. Verwendet man es falsch, kann damit viel Unheil verursacht werden. Beispielsweise ist Wissen über Aktivitäten des täglichen Lebens unabdingbar, um eine persönliche Unterstützung zu gewährleisten. Dieses Wissen kann in den falschen Händen natürlich auch missbraucht werden.
  • Die Entwicklung kleiner Insellösungen, die unabhängig voneinander funktionieren können, aber nicht zusammen mit anderen – sowohl alten als auch neuen – Lösungen harmonieren. Im Jahr 2018 immer noch ein gutes Beispiel: Der Fernbedienungskorb. Die aktuellen Strukturen und Rahmenbedingungen bringen im Wesentlichen Insellösungen hervor. Für die Anbieter lohnt es sich nicht, gemeinsame bereichsübergreifende Lösungen zu entwickeln.

Die Chancen:

  • Die Gesellschaft auf eine neue Entwicklungsstufe zu bringen. Durch geschickt orchestrierte domainenübergreifende AAL-Lösungen könnten wir uns von viel unnötiger Arbeit befreien und unsere Lebensqualität steigern.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Technologieunterstützte Dienstleistungen in fast allen Bereichen.

Gibt es eine Handlungsempfehlung, die Sie gerne aussprechen möchten?

Es wird bei der Umsetzung von AAL-Lösungen deutlich, dass wir als Gesellschaft holistisch vorgehen müssen. Dabei müssen wir uns darauf verständigen, was wichtig ist und was nicht. Aus meiner Sicht ist Gesundheit am wichtigsten. Somit muss die Gesundheit, der Mensch im Vordergrund stehen, Bürokratie und Finanzierungsfragen sollen sich anpassen. Wenn es uns gelingt, dies umzusetzen, können wir uns nicht nur auf einen schönen Lebensabend freuen, sondern uns von mühseligen und zeitraubenden täglichen Aufgaben befreien!

Kurzvita

  • Research Fellow am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz – DFKI GmbH
  • Leiter Kompetenzzentrum für AAL am DFKI
  • CEO ki elements – Früherkennung und Diagnoseunterstützung bei demenziellen und affektiven Erkrankungen auf Basis der Analyse gesprochener Sprache.

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress werden noch weitere eingeladenen Sprecher Highlight-Vorträge präsentieren

2018-08-24
Sicherheit mit AAL - Themenpatin Prof. Melina Frenken im Interview
Prof. Melina Frenken

Was ist Ihr Bezug zu Sicherheit mit AAL?

Von 2008 bis 2014 war ich Koordinator für Ambient Assisted Living am OFFIS - Institut für Informatik, Oldenburg; seit 2014 bin ich Professorin für Gebäudesystemtechnik und Ambient Assisted Living an der Jade Hochschule, Oldenburg. Viele der Themen drehen sich um häusliche Assistenz. Dabei spielt Sicherheit eine maßgebliche Rolle.

„Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“

Was macht das Thema Sicherheit mit AAL für Sie aus?

Sicherheit mit AAL bedeutet, sich durch das System beschützt und geborgen zu fühlen. Dabei ist der Begriff Sicherheit im Deutschen nicht eindeutig. Schöner finde ich die englische Unterscheidung in „Safety“ – körperliche Unversehrtheit und Geborgenheit einer Person, und „Security“ – Sicherheit der Umgebung oder von Daten. AAL kann und sollte zu beiden Bereichen der Sicherheit beitragen. Ein moderner, verbesserter Hausnotruf, verbesserte Alarmsysteme bei (häuslichen) Intensivpflegepatienten oder technisch unterstütze Langzeitassessments zur Sturzprophylaxe sind dabei nur einige Beispiele für die körperliche Unversehrtheit. Zur Sicherheit der Umgebung können technische Assistenzsysteme ebenfalls auf vielfältige Weise beitragen, von der Überwachung häuslichen Umgebung bis hin zum Notruf für die Joggerin sind viele Szenarien denkbar. Und nicht zuletzt ist die Datensicherheit ein Themenbereich. Technische Assistenzsysteme funktionieren nur dann gut, wenn sie Daten über den Nutzer und die Umgebung zur Verfügung haben.

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

Die Diskussion um Cyber-Security ist vor dem Hintergrund der Digitalisierung interessant. Im Bereich AAL wurde bereits lange über die Datensicherheit gesprochen. Die potentiellen Nutzer sind skeptisch, wo ihre sensiblen Daten verarbeitet werden. Gleichzeitig geben sie so viel in sozialen Netzen preis wie noch nie. Sie glauben, ein Facebook, Twitter oder WhatsApp besser einschätzen zu können als das unheimliche System, das einen überwacht. Das Zitat von Epiktet (um 50 - 138 n. Chr.) ist da sehr passend: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“

Es ist gut, dass durch den kürzlich öffentlich gewordenen Vorfall bei Facebook das Thema generell mehr ins Licht gerückt ist.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Trade-off zwischen dem intelligenten System, dass sich anpassen kann und dem gläsernen Menschen. Ein technisches Assistenzsystem muss etwas über den Nutzer wissen, um optimal Unterstützung anbieten zu können. Dazu werden immer mehr Daten erhoben und mit modernen Algorithmen der künstlichen Intelligenz ausgewertet. Die Systeme werden immer besser. Gleichzeitig wird der Mensch immer mehr durchschaubar und vorhersehbar. Die Sicherheit der Daten und die Datenhoheit sehe ich als Risiko und Herausforderung für den Bereich „Sicher mit AAL“. Gleichzeitig müssen den Nutzern die Systeme verständlich gemacht werden, damit sie sich mit AAL sicher fühlen.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Im medizinisch-, pflegerischen Bereich.

Kurzvita

Frau Frenken ist seit 2014 Professorin für Gebäudesystemtechnik und Ambient Assisted Living an der Jade Hochschule, Oldenburg. Sie ist Mitglied in den Forschungszentren für "Sicherheitskritische Systeme" und "Neurosensorik" der Universität Oldenburg. Schwerpunkte ihrer Arbeit und Forschung liegt auf der Nutzung von psychophysischem Wissen in assistiven oder ambienten Systemen.

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress wird das Thema "Sicherheit mit AAL" als Unterthema integriert.

2018-08-22
Sicherheit mit AAL - Themenpate Martin Braecklein im Interview
Martin Braecklein

Was ist Ihr Bezug zu Sicherheit mit AAL?

Befragt man Nutzer über die Bedeutung von AAL-Lösungen, ist eine der häufigsten Antworten, dass sie sich sicherer fühlen - einfach sicherer. Auf der einen Seite zeigt dies den Bedarf an Sicherheit bei den Anwendern und auf der anderen Seite die vielfältigen Möglichkeiten die Sicherheit durch AAL Lösungen zu steigern. Hier konnte ich unter anderem bei innovativen Ansätzen im Bereich Hausnotruf und bei der Steigerung der medizinischen Sicherheit von chronisch kranken Patienten mit Hilfe von telemedizinischen Lösungen beitragen.

„Sicherheit ist eines unserer Grundbedürfnisse. Im Bedarfsfall bietet eine Vielzahl innovativer AAL-Lösungen exzellente Möglichkeiten, dieses Bedürfnis zu erfüllen.“

Was macht das Thema Sicherheit mit AAL für Sie aus?

Smarte Geräte, digitale Lösungen und vor allem innovative Services, die ein echtes Plus an Sicherheit erzeugen durch sinnvolle Unterstützung der Anwender im Alltag.

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

Eine große Bandbreite zwischen akustisch aktivierbaren Notrufsystemen durch einen einfachen Ruf um „Hilfe“ über die unaufdringliche telemedizinische Überwachung von Risikopatienten bis hin zu robotergestützten Exoskeletten zur Unterstützung von Menschen, die viel heben müssen. Dies sind gute Beispiele für Ansätze, die die Sicherheit steigern, indem im Bedarfsfall eine schnelle Hilfeleistung gewährleistet wird, gesundheitliche Probleme bereits im Frühstadium erkannt und Komplikationen vermieden werden oder präventive (z.B. Rücken-) Probleme gar nicht erst entstehen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Die größten Chancen haben Ansätze, die die Nutzerakzeptanz durch Lösungen gewinnen, die echte Probleme adressieren, zuverlässig und stabil ohne Fehler funktionieren und gut in den Alltag eingebunden werden können. Erfolgreiche Geschäftsmodelle entstehen dann dort, wo diese Integration auf der Prozessebene und im Netzwerk der beteiligten Akteure erfolgt und zusätzlich Finanzierungspotentiale erschlossen werden.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Großes Potential liegt im Zusammenwachsen zwischen den vielfältigen Anwendungen im Consumerbereich und dem Gesundheitssektor mit seinen hohen Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Stabilität. AAL Lösungen kommt bei diesem Übergang eine Schlüsselrolle zu, da sie einen natürlichen Zwischenschritt darstellen. Die Entwicklung geht dabei zunächst von recht einfachen Anwendungen, die aber bereits einen großen Mehrwert liefern, hin zu komplexen Lösungen mit denen dann auch die enormen Potentiale von künstlicher Intelligenz erschlossen werden.

Gibt es eine Handlungsempfehlung, die Sie gerne aussprechen möchten?

Es ist positiv zu beobachten, dass AAL nicht mehr zuerst von den technischen Möglichkeiten gedacht wird, sondern nutzerorientierten Lösungen und Services im Vordergrund stehen, die dann im zweiten Schritt durch moderne Technologien unterstützt werden. Es gibt gute Ansätze, die Anwender sehr früh in der Entwicklung von AAL Lösungen einzubinden. Damit kann gewährleistet werden, dass die entwickelten Lösungen einen echten Bedarf treffen, nutzerfreundlich sind und auch finanziert werden.

Kurzvita

Martin Braecklein verantwortet die Themen Telehealth und Remote Patient Care auf europäischer und internationaler Ebene bei Linde Healthcare in Pullach. Zusätzlich leitet er den Fachausschuss mobile Diagnose- und Therapiesysteme – mHealth in der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE, wo er auch im Vorstand vertreten ist. Martin Braecklein begleitet die AAL Entwicklungen seit Jahren u.a. in der Innovationspartnerschaft Ambient Assisted Living.

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress wird das Thema "Sicherheit mit AAL" als Unterthema integriert.

2018-08-20
Wohnen mit AAL - Themenpate Dr. Reiner Wichert im Interview
Dr. Reiner Wichert

Was ist Ihr Bezug zu „Wohnen mit AAL“?

Während meiner 10-jährigen Abteilungsleitung bei Fraunhofer IGD und als Allianzsprecher von 11 Instituten im Bereich AAL habe ich die Forschung immer weiter zur Integration in reale Wohnumgebungen geführt und schließlich das Unternehmen Assisted Home Solutions gegründet um die Forschung in die Realität zu bringen.

„Durch den Wildwuchs an AAL-Lösungen sollte ein Siegel einen Überblick über die Qualität und Unterschiede aufzeigen und so Käufervertrauen erreicht werden.“

Was macht das Thema „Wohnen mit AAL“ für Sie aus?

Für mich ist AAL im Wohnumfeld ein zentrales Thema, da sich hier sehr gut der Einsatz unterschiedlicher Dienste und Applikationen und deren Erweiterung demonstrieren lässt. Dies wird sich ebenfalls in andere Bereiche wie Mobilität, Arbeitsumgebungen oder Städtekonzepte ausweiten.

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

Flexible erweiterbare Lösungen, auf deren Hardware sich in den unterschiedlichen Bereichen Energie, Komfort, Assistenz und Sicherheit sich immer weiter ergänzende Dienste aufsetzen lassen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Ein sehr großes Risiko ist aktuell, dass niemand zur Rechenschaft gezogen wird, wenn ein System vermarktet wird, das den Anschein einer 100%igen Sicherheit und Erkennungswahrscheinlichkeit erweckt. Werden viele Fehlalarme verursacht, wird dies den ganzen angehenden AAL-Markt zunichtemachen, da dann das Vertrauen in AAL zerstört wird.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Das größte Potenzial sehe ich in leicht integrierbare Komponenten, die gleichzeitig den Schutz der Privatsphäre und der IT-Sicherheit ermöglichen.

Gibt es eine Handlungsempfehlung, die Sie gerne aussprechen möchten?

Aufgrund der Vernetzung zu sehr komplexen Infrastrukturen müssen zukünftige Systeme gegen Angriffe auf einzelne Knoten abgesichert werden. Zusätzlich müssen bessere Mechanismen zum Schutz der Privatsphäre vorgesehen werden als sie aktuell durch die DSGVO gefordert sind. Hierzu gehört auch Aufklärung über Risiken.

Kurzvita

Herr Dr. Reiner Wichert war von Januar 2005 bis Ende 2014 Leiter der Abteilung Interactive Multimedia Appliance am Fraunhofer IGD. Er ist Initiator der am 01.01.2007 gegründeten Fraunhofer-Allianz AAL, die er bis Ende 2015 als Sprecher von 11 Fraunhofer-Instituten in diesem Forschungsbereich koordinierte. Anschließend wurde er Geschäftsführer des Fraunhofer Spin-offs AHS Assisted Home Solutions mit dem Fokus auf Planung, Installation und Inbetriebnahme von AAL-Lösungen in Wohnungen und Quartieren. Seit August 2016 ist er Geschäftsführer des „CRISP – Center for Research in Security and Privacy“ in dem mehr als 450 WissenschaftlerInnen in Darmstadt an aktuellen Themen der IT-Sicherheit und Privatsphäre in Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung zusammenarbeiten. Er ist in verschiedenen Initiativen und Arbeitskreise der Standardisierung und Zertifizierung (z.B. DKE, Wirtschaftsinitiative Smart Living) beteiligt.

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress wird das Thema "Wohnen mit AAL" als Unterthema integriert.

2018-08-16
Wohnen mit AAL - Themenpate Dr. Serge Autexier im Interview
Dr. Serge Autexier

Was ist Ihr Bezug zu „Wohnen mit AAL“?

Seit 2014 leite ich das Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL), eine 60qm große Forschungswohnung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) zum Thema intelligente Assistenzsysteme für zu Hause. Die Wohnung wird vielfältig genutzt: Einerseits für Forschungen nach dem Design for All Prinzip zu den Themen Automatisierung, Personalisierung, Mensch-Technik-Interaktion und einem speziellen Fokus auf Mobilitätsassistenz im Alltag. Gleichzeitig dient sie als Ort zur erfahrbaren Vermittlung der Möglichkeiten, Perspektiven und Herausforderungen dieser Themen für die breite Öffentlichkeit bzw. für spezielle Fokusgruppen. Sie ist integriert in die Lehre sowohl auf universitärer Ebene für informatiknahe Studiengänge, für den interdisziplinären Austausch mit Sozial- und Gesundheitswissenschaften als auch in der Nachwuchsförderung im MINT Bereich.

„Um irgendwann über die reine Heimautomatisierung hinauszugehen, müssen zu Wohnen mit AAL auch AAL Quartiere und Services mitgedacht werden.“

Was macht das Thema „Wohnen mit AAL“ für Sie aus?

Die damit verbundene Herausforderung technische Assistenzen zu gestalten, die den Menschen sehr nah kommen, sehr privat werden, als nützlich angesehen, im Alltag verwendet werden um diesen zu vereinfachen, zu ermöglichen oder sicherer zu machen.

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

Spannend ist, dass es immer mehr Smart Home Systeme gibt, die relativ einfach jeden in die Lage versetzen, sein eigenes Smart Home zu gestalten, das nah herankommt an das, was vor ein paar Jahren noch Zukunftsmusik war. Sprach-basierte Interaktion ist als sehr natürliche Form der Interaktion für jeden erschwinglich geworden, leider zum Preis des Verlustes der Privatsphäre und Schaffung neuer Risiken.

Weiterhin ist spannend, wieviel Dynamik in vielen klassischen Branchen, die mit Haushalt bzw. Wohnen zu tun haben, herrscht, die dieses Thema jetzt auch für sich als relevant entdecken, etwa Hersteller von weißer Ware, Möbel und andere. Spannende Umsetzungen sind vor allem solche, bei denen es sich nicht mehr um geschlossene Systeme eines Herstellers handelt, sondern Umsetzungen, die offen für Vernetzung sind.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Eine ganz praktische Herausforderung sehe ich darin, wie erreicht werden kann, die Einrichtung und Konfiguration eines Smart Homes niedrigschwellig gestaltbar zu machen, in dem Sinn, dass beim Kauf einer neuen Lampe, eines neuen Sensors, usw. keine Programmierkenntnisse notwendig sind, um diese in die Heim-Automatisierung zu integrieren. Weiterhin, dass auch komplexe Smart Home/AAL Lösungen sich einfach auch im Bestand nachrüsten bzw. einbauen lassen. Schließlich ist eine große Herausforderung, komplexere persönliche Assistenzen mittels Automatisierungen im Smart Home Bereich zu realisieren, die von alleine auch dann sinnvoll funktionieren, wenn mehrere Personen dort wohnen bzw. es mehrere solcher Assistenzen gleichzeitig gibt.

Große Risiken bestehen meiner Ansicht nach darin, dass - wenn es keine passgenauen AAL-Angebote für ein Problem gibt, die ethisch, rechtlich und technisch richtig durchdacht sind - durch die Verfügbarkeit einzelner Komponenten selbst-gebastelte „Lösungen“ entstehen, die in dieser Hinsicht sehr bedenklich sind. Ein Beispiel wäre eine durch den Sohn installierte, schlecht abgesicherte WebCam in der Wohnung der Mutter, um jederzeit schnell sehen zu können, ob es ihr auch gut geht.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Ein großes Potential besteht dann, wenn tatsächlich die ganzen verschiedenen Systeme bzw. IoT Sensoren miteinander kommunizieren können und wir in der Lage sind komplexere Assistenzprozesse zu entwickeln, die sich selbständig an Vorort vorgefundene Infrastrukturen anpassen, andere Assistenzprozesse berücksichtigen und ein sinnvolles Gesamtverhalten garantieren können.

Viele Entwicklungen erwarte ich vor allem im Bereich von Systemen, die aus dem Verhalten der Nutzer in der häuslichen Umgebungen lernen, und versuchen sich daran anzupassen – mit allen Chancen auf mehr Komfort und Bequemlichkeit einerseits und andererseits Risiken einer dadurch entstehenden Einseitigkeit in den Aktivitäten und der Wahrnehmung für den Einzelnen.

Gibt es eine Handlungsempfehlung, die Sie gerne aussprechen möchten?

Es muss weiter und ggf. mehr Forschung gemacht werden, die die erwähnten und andere Probleme adressiert. Gleichzeitig sollten Informationen und Aufklärung über Chancen und Risiken der Technologien in alle Gesellschaftsbereiche getragen werden, möglichst durch anschauliche und erfahrbare Demonstrationen.

Kurzvita

Dr. Serge Autexier ist Wissenschaftler am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) auf den Gebieten Formale Methoden, Cyber-Physische Systeme und Ambient Assisted Living. Nach Studium und Promotion in Informatik mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz arbeitet er am Standort Saarbrücken und ab 2008 am Standort Bremen. Seit 2014 leitet er die Forschungen und Entwicklungen rund um das Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL) zu den Themen Mensch-technik-Interaktion, Automatisierung, Sicherheit, Personalisierung und Mobilitätsassistenz. Er hat in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten gearbeitet, hat über 90 Publikationen, wurde 2017 DFKI Research Fellow und leitet aktuell vier Forschungsprojekte.

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress wird das Thema "Wohnen mit AAL" als Unterthema integriert.

2018-08-06
Teilhabe mit AAL - Themenpate Professor Christophe Kunze im Interview
Prof. Christophe Kunze

Was ist Ihr Bezug zu „Teilhabe mit AAL“?

Die Förderung der Teilhabemöglichkeiten durch neue Formen des Technikeinsatzes ist das zentrale Motiv der Forschungsarbeiten unseres Instituts Mensch, Technik, Teilhabe an der HFU. Dabei kann es einerseits um die Teilhabe an der digitalen Welt gehen, die für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen heute zum Teil erheblich eingeschränkt ist. Andererseits geht es um die Möglichkeiten neuer Technologien zur Förderung der Teilhabe im Alltag, zum Beispiel zur Förderung der Mobilität für sehbehinderte Menschen oder zur Förderung der sozialen Interaktion für Menschen mit Demenz.

"Technik kann nur dann Teilhabemöglichkeiten erweitern, wenn sie in der Praxis zugänglich ist und der Technikeinsatz begleitet wird."

Was macht das Thema „Teilhabe mit AAL“ für Sie aus?

Die Entwicklung des Anwendungsfeldes AAL ist lange Zeit stark unter dem Blickwinkel des demographischen Wandels und der damit einhergehenden Belastungen für die Sozialsysteme betrachtet worden (Stichwort „Pflegenotstand“). Viele Projekte und Projekt zielen daher auf eine effiziente Versorgung und Zeit- und Kosteneinsparungen in der Pflege ab, um den drohenden Personalmangel abzufedern. Die Perspektive der Teilhabe kommt dabei viel zu kurz. Was ist den betroffenen Menschen wirklich wichtig? In welchen Lebensbereichen wünschen Sie sich mehr Teilhabemöglichkeiten? Technik alleine kann die Versorgungsprobleme in der Pflege nicht lösen, aber Sie könnte einen erheblichen Beitrag dazu leisten, Selbstbestimmung, Versorgungs- und Lebensqualität zu steigern.

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

Die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen virtuelle und erweiterte Realität, automatische Bild- und Spracherkennung und auch im Bereich der Low-Cost-Robotik werden in den nächsten Jahren sicherlich viele neuen Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. So wie heute Kamerasysteme für blinde Menschen schon Texte vorlesen, Gesichter und Produkte erkennen können, werden in den nächsten Jahren effiziente Systeme zur Kommunikationsunterstützung für viele Menschen verfügbar werden. Hier profitieren Menschen mit Teilhabeeinschränkungen enorm von der rasanten Weiterentwicklung der Consumertechnik.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Zur Förderung von Teilhabe muss Technik in einem komplexen Anwendungskontext zum Einsatz kommen. Eine erfolgreiche Technikaneignung in der Praxis erfordert dabei meist auch angepasste organisatorische Strukturen und Prozesse, Schulung und Begleitung. Bisher wird dies meiner Ansicht nach noch viel zu wenig berücksichtigt. Und natürlich ist Technikeinsatz immer ambivalent und kann auch unbeabsichtigte Folgen haben und ethische Probleme mit sich bringen. Das gleiche gilt aber auch für die Nichtnutzung von verfügbarer Technik.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Bisher noch relativ wenig betrachtet ist das Potential von Consumertechnik zur Förderung von Teilhabe. Smartphones haben die Teilhabemöglichkeiten von blinden Menschen zum Beispiel erheblich erweitert, ein gutes aktuelles Beispiel sind Sprachassistenten, die von vielen Personengruppen sinnvoll eingesetzt werden können. Menschen mit Einschränkungen benötigen aber Beratung, Begleitung und individuelle Anpassung für einen erfolgreichen Technikeinsatz. Immobilen, bettlägerigen Patienten könnten verfügbare Telepräsenzsysteme oder auch VR-Systeme neue Teilhabemöglichkeiten (z.B. virtuelles Reisen) erschließen – aber wie vielen betroffenen Menschen ist dies heute in der Praxis zugänglich? Technische Assistenzsysteme können ihr Potential zur Förderung der Teilhabe daher nur entfalten, wenn Ressourcen zur Begleitung von Betroffen verfügbar sind und finanziert werden können.

Kurzvita

Professor Dr. Christophe Kunze ist Professor für assistive Gesundheitstechnologien im Fachbereich angewandte Gesundheitswissenschaften und Vorstand des Instituts Mensch, Technik, Teilhabe (IMTT) an der Hochschule Furtwangen (HFU). Seine Forschungsinteressen umfassen die nutzerzentrierte und partizipative Gestaltung von assistiven Technologien, die Untersuchung von Rahmenbedingungen und Wirkungen teilhabefördernder Technik und des Technikeinsatzes in Pflege und Betreuung sowie die digitale Transformation der Gesundheits- und Sozialwirtschaft.

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress wird das Thema "Teilhabe von AAL" als Unterthema integriert.

2018-07-30
Nutzer von AAL - Themenpate Professor Frank Wallhoff im Interview
Professor Frank Wallhoff Themenpate “Nutzer von AAL“

Was ist Ihr Bezug zu "Nutzer von AAL"?

In meiner technischen Ausbildung sowie meinem Ingenieursstudium wurde der Blick quasi nur auf die Optimierung der wirtschaftlichen sowie technologischen Funktionen gerichtet. Als Technologieentwickler fokussiert man sich daher schnell nur auf die technischen Details von Assistenzlösungen. Im Sinne einer guten Nutzbarkeit und Akzeptanz von Produkten und Diensten ist es aber eigentlich viel wichtiger zu sehen und zu verstehen, welche Bedarfe Nutzerinnen und Nutzer wirklich haben. Dieser Umstand wurde mir und in der Regel allen Entwicklern jedoch erst dann bewusst, wenn man eine Rückmeldung von den Anwendenden bekommt.

Was macht das Thema "Nutzer von AAL" für Sie aus?

Das Einbinden der Nutzerinteressen in den Entwicklungsprozess durch verschiedene Methoden führt besser zum Ziel. Nur dann können Innovationen reifen und nützlich werden. Ohne die Einbindung kommt es oftmals zu Fehlentwicklungen, welche auf dem Markt nicht Fuß fassen können.

„Unterstützungstechnologien können im Alltag nur dann wirken, wenn sie funktional von ihren Nutzerinnen und Nutzern mitgedacht wurden.“

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

In den letzten Jahren wurden Förderprogramme zunehmend auf die Berücksichtigung von Nutzerinteressen zugeschnitten. Dies ist im Sinne der Passung an reale Bedarfe gegenüber rein technologiegetriebenen Ansätzen zielführend. Eine wesentliche Herausforderung wird es sein, Algorithmen und Programme so zu entwerfen, dass sie gemäß der neuen Datenschutzgrundverordnung konform sind. Das bedeutet, dass Assistenzsysteme keine Daten ohne Einwilligung verarbeiten und speichern dürfen. Hierdurch können Bedenken bezügliches des Datenschutzes bei häufig sehr personenbezogenen Daten eingegrenzt werden, was in der Vergangenheit oftmals zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Innovationen geführt hat.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Für eine möglichst gute Passung der Mensch-Maschine Schnittstelle muss an vielen Stellen trans- und interdisziplinär gearbeitet werden. Dies erfordert von allen Beteiligten durchaus ein hohes Maß an Bereitschaft zum Blick über den Tellerrand. Der Perspektivwechsel muss zunehmend auch in Studium, Ausbildung und Lehre berücksichtigt werden. Gerade der Bereich der personennahen Servicerobotik hat ein besonders großes Entwicklungspotential.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Durch die anstehende Digitalisierung im Gesundheits- und Pflegebereich wird es sicherlich noch grundlegend neue Lösungen geben. Gerade im Bereich der Prävention und Gesundheitsvorsorge kann die frühzeitige Auswertung und Interpretation von physiologischen Daten ggf. auch durch individuelle Therapieansätze unterstützen, was zu einem selbstbestimmten und erfüllten Leben beitragen kann.

Gibt es eine Handlungsempfehlung, die Sie gerne aussprechen möchten?

Assistenzlösungen mit hoher Akzeptanz und Nutzbarkeit müssen ganzheitlich in interdisziplinären Teams um die Nutzenden herum entwickelt werden!

Kurzvita

Dr.-Ing. Frank Wallhoff ist seit 2010 Professor für Assistive Technologien an der Jade Hochschule am Studienort Oldenburg. Zudem ist er ans Transferzentrum für anwenderorientierte Assistenzsysteme des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie angebunden. Er forscht und lehrt im Bereich der Mensch-Maschine Schnittstelle, um diversen Nutzergruppen verbesserte Unterstützungstechnologien bereit zu stellen. Aktuell arbeitet er unter anderem an Projekten zur motivierenden Begleitung bei einer Bewegungstherapie durch spielerische Anreize.

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress wird das Thema "Nutzer von AAL" als Unterthema integriert.

2018-07-18
Wohnen mit AAL - Themenpate Lothar Schöpe im Interview
Lothar Schöpe - Themenbotschafter

Was ist Ihr Bezug zu „Wohnen mit AAL“?

Über 10-jährige Erfahrung und kritische Auseinandersetzung mit dem Anwendungsgebiet „AAL und demografischer Wandel“ durch industrielle und öffentlich geförderte Projekten der angewandten Forschung sowie entsprechender Verbands- und Gremienarbeit im DIN, DGBMT und VDI/VDE.

Was macht das Thema „Wohnen mit AAL“ für Sie aus?

Die Unterstützung des selbstbestimmten Wohnens in der häuslichen Umgebung durch haushaltsnahe und wohnbegleitende Dienstleistungen mit und ohne technischer Unterstützung in allen Lebensabschnitten/-situationen eines Bewohners/Mieters auch mit besonderem Fokus auf Vermeidung von Vereinsamungstendenzen bei älteren Menschen.

"Aufgrund der aktuellen „guten“ Wohnungssituation verpassen die Unternehmen der Wohnungswirtschaft die Chance sich weiterhin intensiver mit den Herausforderungen des Wohnens der Zukunft mit und ohne technische Unterstützung für alle Bewohnergruppen zu stellen."

Welche aktuellen Entwicklungen finden Sie besonders spannend? Welche Umsetzungen finden Sie besonders spannend?

Trotz der datenschutzrechtlichen Bedenken und Herausforderungen ist die Nutzung und Steuerung von Systemen für AAL durch Sprachsteuerung – insbesondere für ältere Menschen – eine spannende Entwicklung, wenn es gelingt, weniger über Schlüsselwörter, sondern mehr über das natürlich gesprochene Wort/Satz Aktionen auszulösen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, Risiken oder Chancen?

Bei der Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsmodellen für Anbieter/Betreiber von Systemen für haushaltsnahe und wohnbegleitende Dienstleistungen mit und ohne technischer Unterstützung müssen neue Ansätze, die sich aus der gesellschaftlichen Diskussion ergeben, wie z.B. Datennutzungskonzepte („FairShare“) stärker berücksichtigt werden, um eine wirtschaftliche Tragfähigkeit zu erreichen, denn eine singuläre Finanzierung durch einen einzelnen Akteur wird es nicht geben.

Wo sehen Sie das meiste Potential? Wo erwarten Sie die meisten Entwicklungen?

Der Nutzen von Systemen für haushaltsnahe und wohnbegleitende Dienstleistungen mit und ohne technische Unterstützung für Bewohner/Mieter muss stärker herausgestellt werden. D.h. der Bewohner/Mieter muss Unterstützung bei Aktivitäten des täglichen Lebens erhalten. Dies kann durch neue streamingorientierte Recommender-Algorithmen bei der Spracherkennung erfolgen.

Kurzvita

Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsführung der „Smart Living – Anwendungen für Service-Wohnen GmbH (Dortmund) mit den Schwerpunkten Forschung, Förderprojekte und neue Anwendungsfelder für AAL und Service-Wohnen. http://www.smartliving.com.de/lothar-schoepe

Im Rahmen des AAL Wissenschaftskongress wird das Thema "Wohnen mit AAL" als Unterthema integriert.

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